"Das Trooper-Event des Jahres" – so wurde das Treffen im Geiselwind-Park schon Wochen, ja Monate zuvor "beworben". Als Nachfolger der Trooper-Aufmärsche in Rust in den Jahren zuvor war das sicherlich nicht falsch – eine große Teilnehmerzahl war zu erwarten. Trotzdem wollte ich da eigentlich gar nicht hin: Zu weit weg (in Bayern!), und das mir als nördlichster Trooper Deutschlands! Aber dann kam eine email von Thomas über den IZWE-Verteiler, in der er einen freien Platz für das Event anbot. Da dachte ich mir: Gut, warum eigentlich nicht, du hast eine Mitfahrgelegenheit und kennst wenigstens schon mal die Mitreisenden. Also antwortete ich Thomas, dass ich Interesse hätte, und schon war ich "drin".
Nachdem alle Details per mail und Telefon geklärt waren, machte ich mich am 9.7. gegen Mittag frohen Mutes auf zum Treffpunkt, Oyten kurz vor Bremen, und kam trotz eine kurzes Staus genau rechtzeitig am Treffpunkt an. Ich rief Markus an, der mir erklärte, dass sich die Sache mit dem Mietauto und den damit verbundenen Dingen etwas in die Länge gezogen hatte und sie noch etwas brauchen würden. Also entschloss ich mich, in den American Diner zu gehen, der da direkt nebenan war – wer wusste schon, wann man das nächste mal etwas bekommen würde?
Als ich noch auf meinen Kaffee wartete, rief André mich an – er war, chauffiert von seinen Eltern, kurz vor Oyten. Ich sagte ihm, wo ich war, und kurze Zeit später kam André dann in den Diner und fand mich auch.
Eine Stunde nach der ursprünglich ausgemachten Zeit, während der ich mit André und seinen Eltern Small Talk betrieb, stiefelte schließlich Steffi auf der Suche nach uns in den Laden. Nach kurzem Hallo verließen wir das Schnellrestaurant und André und ich holten unser Gepäck, um es in den angemieteten T5 (VW-Transporter) umzuschichten. Lustigerweise (oder passenderweise) stellten wir gleich bei der Begrüßung von Thomas und Markus fest, dass wir quasi alle im "Partnerlook" unterwegs waren: Ohne uns vorher abgesprochen zu haben hatten alle Herren ein "Imperial Forces" T-Shirt an. Kurzerhand wurde Steffi auch mit einem weiteren solchen T-Shirt aus Andrés Koffer bestückt, damit wir alle fünf gemeinsam Angst und Schrecken verbreiten konnten.
Zusammen setzten wir also unseren Weg im gemieteten VW-7-Sitzer fort, und aus den nachfolgenden Gesprächen wurde auch klar, was die Verzögerung hervorgerufen hatte: Als die drei feststellten, dass der mitgebrachte CD-Spieler seinen Geist aufgegeben hatte, hatten sie kurz entschlossen einen neuen besorgt und dann noch mal umkehren müssen, weil das Car-Kit nicht passte.
Letztlich kurz hinter Würzburg, nach dem Wechsel von der A7 auf die A3, übernahm ich das Steuer – und zwei Abfahrten später hatten wir die Abfahrt "Geiselwind" "zu fassen"… Damit hatte ich zwar wenig Lenkzeiten, aber das zweifelhafte Vergnügen, das sperrige Gefährt irgendwo zu parken.
Kurz nach 10 abends war es jetzt. Wir fanden den Eingang zum Hotel und in Sichtweite ein bekanntes Gesicht: Micha Robl nebst Gehilfen. Dort meldeten wir uns natürlich als erstes, erhielten unsere "Trooper-relevanten" Unterlagen und checkten uns dann direkt nebenan am "richtigen" Counter im Hotel ein. Thomas und Steffi bekamen ein Zimmer im Gästehaus, während uns verbliebenen drei gesagt wurde: "Wir hatten kein Dreier-Zimmer mehr, also haben wir Ihnen zwei Doppel-Zimmer gegeben."
Nach kurzer Suche fanden wir die beiden Zimmer und begutachteten sie – das eine hatte ein abgeschlossenes WC mit Dusche, das andere ein abgeschlossenes WC mit einer Dusche direkt vor dem Bett. Schnell entschieden wir, dass derjenige, der alleine schlafen würde, das Zimmer mit Blick auf die Dusche bekommen sollte. Allerdings waren wir uns dann alle drei einig, dass es uns egal war, ob man mit einem der anderen das Zimmer teilt oder nicht, also machten wir Stein-Schere-Papier (Hier darf Andrés denkwürdiger Ausspruch nicht vergessen werden, der in dieser philosophischen Frage als ausgebildeter Pädagoge bemerkte: "Wer gewonnen hat, hat verloren"…); Markus gewann im ersten Durchgang und bekam damit das "Einzelzimmer".
Nachdem wir uns kurz eingerichtet hatten, trafen wir uns, wie zuvor abgesprochen, wieder mit Steffi und Thomas gegen 23 Uhr vor dem Hotel, um uns noch etwas den Ort anzuschauen. Nach einigen ergebnislosen Metern, deren Richtung nicht mehr viel versprach, wanderten wir eine Querstraße hinunter und landeten schließlich bei einem McDonald’s. Als wir hineinkamen, sahen wir einige unentschlossene Gestalten vor dem Tresen, und folgerten (anhand ihrer Badges): "Ihhh, Star-Wars-Fans!" (italienische, in diesem Fall). Wir widerstanden mühsam dem Versuch, sie anzusprechen und bestellten uns etwas.
Wieder im Hotel schaffte ich meine Rüstung noch mit aufs Zimmer, um sie zu markieren (man weiß ja nie), aber nachdem die ersten Versuche mit Filzstift auf Kreppband erfolglos waren, räumte ich die Rüstung zusammen und wir gingen ins Bett.
Am nächsten Morgen – dem großen Tag – standen wir gegen 8 Uhr auf und trafen uns eine halbe Stunde später mit Markus zum Frühstück. Das Hotel hatte ein ansprechendes Frühstücksbüfett für seine Gäste, und ich versuchte während dem Essen, die Belgier, die an der langen Tafel neben uns saßen, ein bisschen zu belauschen– das gelang sogar einigermaßen, zumindest einen Teil konnte ich verstehen, was vielleicht auch an der allgemeinen Einsilbigkeit zu dieser einigermaßen frühen Stunde lag...
Nach dem Frühstück holen wir die Sachen vom Zimmer, und begaben uns zu unserem Bulli, wo wir uns für halb zehn mit Steffi und Thomas verabredet hatten – laut Maßgabe war es erwünscht, spätestens um 10 Uhr zum Umziehen im Park zu sein und dort ab 11 Uhr Präsenz zu zeigen.
Als die beiden nach einigen Minuten Wartezeit immer noch nicht in Sicht waren, wurden wir etwas ungeduldig, und ich lenkte unseren VW-Bus zum (zugegebenerweise nicht sehr weit entfernten) Gästehaus hinüber. Zunächst mussten wir noch einem italienischen Caravan den Weg frei machen, dem ein schon gerüsteter Trooper Ausparkanweisungen gab, und parkten uns dann auf dem kleinen Parkplatz recht provisorisch. Na ja, wir wollten ja nicht lange bleiben.
Beim Blick in den nahe dem Eingang gelegenen Frühstücksraum entdeckte ich die beiden nicht, dafür aber Antje, die mich auch sah und gleich aufsprang, um mich mit einer Umarmung zu begrüßen. Sie äußerte sich erstaunt, aber natürlich erfreut, dass ich auch da war – offenbar hatte sie die letzte Anmeldeliste nicht gelesen.
Gleich darauf begegneten wir Dieter Centner, den ich zwar nicht kannte, aber dafür die anderen; sie hatten sich im Vorjahr in Rust mit ihm ein Zimmer geteilt. Als wäre das der Wiedersehensfreude nicht genug, lief uns als nächstes Frank-Dieter über den Weg, der uns alle ja auch kannte und uns ebenfalls herzlich begrüßte.
Während wir noch mit Dieter und Frank-Dieter im Gang beschäftigt waren, kamen auch die von uns gesuchten die Treppe hinauf und wir verstauten uns in unseren Hamburger Leihwagen.
Wieder einmal stellten wir fest, wie klein der Ort eigentlich ist, als wir ungefähr eine Minute später schon fast direkt hinter dem Ortsausgangsschild an der mit Garrison ausgewiesenen "Einfahrt" (eher ein Feldweg) vorbei waren.
Schnell an der 501st-eigenen Zugangskontrolle am Seiteneingang vorbei kamen wir in eine große Lager- und Reparaturhalle, aus der unter anderem (wie wir einige Minuten später feststellen konnten) unter anderem die Boote für die Wildwasserbahn auf den Parcours gebracht wurden. Dort waren lange Tischreihen aufgestellt, an denen schon um die hundert Trooper, Amidalas und andere dabei waren, sich in ihre Rolle zu schwingen.
Direkt am Eingang der Halle fand ich dann die nächsten vertrauten Gesichter – Yvonne und Brigitte aus Berlin begrüßten mich nicht minder herzlich und begeistert wie die anderen Bekannten, die ich diesen Morgen schon gefunden hatte – soviel zur Annahme "ich kenne da ja niemanden"...
Wir suchten uns einen unbelegten Platz im hinteren Bereich der Halle, um uns umzukleiden, und schon dort traf ich auf einen kritischen Beobachter: Ein kleiner Junge (nebst seinem Vater) beobachtete mich genauestens dabei, wie ich meine Trooper-Rüstung anlegte, und wies mich deutlich auf "Verstöße" hin:
"Das gehört aber nicht dazu!"
"Ach bitte, lass mir doch meine Handy-Tasche…"
Ich lies ihn auch meinen Helm aufsetzen, da er sich ja so dafür begeisterte, aber auf die Aussage, dass er so was auch wolle, fiel mir dann doch nicht viel mehr ein als zu sagen: "Wenn du deinen Papa ganz lieb darum bittest, kauft er dir vielleicht ja einen"… - Was soll ich auch sonst sagen?
Schließlich "eingetuppert" vor der Halle wurde etwas mit anderen geplaudert – alle schienen auf einen Startschuss zu warten, oder aber niemand traute sich so recht von dieser Warteposition in den eigentlichen Park hinein...
Schließlich fassten sich einige ein Herz und die (durch die Geschenkbänder in den Umschlägen mit den Teilnehmer-Badges definierten) Gruppen wurden zusammengerufen.
André und ich waren in einer Gruppe gelandet, also brachen wir mit "unserer" Gruppe auf, den Park zu erkunden. Ich weiß, dass auch einige Belgier und sicher auch andere Landsleute in der Gruppe waren, aber die Führung übernahm spontan ein Deutscher in schwarzer Offiziersuniform (Christian Schwarz der Name, nebenbei bemerkt), der zunächst mit den beiden vorangehenden Troopern auf englisch kommunizierte – einer von denen war ich, und bei dem anderen hatte ich schon gesehen, dass er eine österreichische Flagge auf seinem Ausweis hatte –, aber bevor ich ihn darauf hinweisen konnte, dass er mit uns auch ruhig deutsch sprechen kann, fragte er selbst, ob wir beide deutsch sprechen… Na ja, wie auch immer.
Etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde lief die Gruppe "orientierungslos" durch den Park (was heißen soll, dass es zwischendurch immer wieder Stopps gab, zu denen man ein paar Minuten als Formation ‚Wilde Wolke’ unmotiviert in der Gegend herumstand, bis irgendwer entschied, wohin es weiter gehen sollte), bis es André schließlich zu bunt wurde. Er arbeitete sich zu mir vor, erklärte mir, dass er es in Rust kommunikativer fand und schlug vor, dass wir uns von der Gruppe absetzen. Gesagt – getan! Dem Nachfolgenden, der darauf hinwies: "Da geht es lang!" reichte die Aussage: "Wir wollen aber lieber mal da lang gehen" aus – es gab keine Diskussion.
Auf dem neu eingeschlagenen Weg trafen wir kurz darauf auch Steffi und Thomas, die zufälligerweise auf demselben Pfad wandelten – so weit ich weiß waren die beiden eigentlich auch in verschiedenen Gruppen gewesen, aber sie hatten wohl schnell wieder zueinander gefunden; Micha hatte in seinem hehren Wunsch, de Leute durchzumischen, wohl nicht bedacht, dass Pärchen wieder schnell zueinander wollen, aber wie soll er das bei all den Leuten auch wissen, wer mit wem ist?
Auf unserem weiteren Weg ließen wir uns gerne mit einigen Kiddies von deren Eltern ablichten (Trooper, Jedi und TIE-Piloten sind eben in so einem Freizeitpark noch seltener als exotische Vögel) und kamen schließlich auf eine Freifläche mit einigen "Abenteuermöglichkeiten" und einem Kiosk, wo sich schon andere Trooper für eine Cola und etwas Blödsinn versammelt hatten Nachdem schon andere Warsler eine Seilbahn-Konstruktion ausprobiert hatten, wollten wir uns den Spaß auch nicht nehmen lassen, das mal in Kostüm bzw. Rüstung zu testen und ein paar Fotos zu machen. André fiel dabei glatt noch ein Requisit seines Jedi-Outfits durch die Trallen des Schutzgitters, aber er konnte es glücklicherweise noch mit einigen Schwierigkeiten ohne fremde Hilfe bergen.
Als wir noch unsere nächsten Schritte planten, fand Micha Robl uns, der inzwischen auf der Jagd nach jedem einzelnen "akkreditierten" Teilnehmer des Events durch den Park hastete, um alle darüber zu informieren, dass es entgegen vorheriger Ankündigung doch eine Parade geben sollte. Die Verantwortlichen des Parks waren wohl am Morgen so von der Massivität der Präsenz der kostümierten Warsler beeindruckt gewesen, dass sie nun doch eine Parade durch den Park für passend hielten. Die Parade war nun für 14 Uhr vorgesehen.
Wir gingen also langsam wieder in Richtung der Halle, von der aus die Parade auch starten sollte, und informierten natürlich alle, denen wir begegneten (die es aber wohl auch schon alle wussten, und umgekehrt ging es natürlich auch – aber schön, wenn etwas funktioniert ;-)
Endlich kam es zu dem kommunikativen Treffpunkt, den André sich schon zwei Stunden vorher gewünscht hatte: Beim Warten auf die Parade hatten eigentlich alle Behelmten selbige abgesetzt und man plauschte ausgiebig.
Direkt nebenan gab es einen Turm namens "Top of the World" (Ein Turm, bei dem die Aussichtsgondel nach dem Besteigen hochgefahren wird und man die Aussicht genießen kann). Wer auch immer "Alle Trooper auf den Turm" (oder so ähnlich) ausrief, viele folgten, und so verkürzte man sich die Wartezeit etwas mit einem Ausblick von oben über Park, Dorf und umgebende Landschaft. Ein Blick nach unten zeigte, dass noch viel Tupper nicht dem Aufruf gefolgt war, ein Blick nach hinten zeigte, dass es noch viele "Zivilisten" an Bord gab – aber sei’s drum, wir hatten unseren Spaß.
Letztlich begann der Umzug – nicht ohne den Hinweis, dass man sich "mischen" möge, also nicht z.B. zuerst Trooper, dann Scouts, dann Jedi usw. Ich fand das etwas schade, weil eben diese Staffelung in der Masse das Beeindruckende ist, aber aufgrund von leider negativen Erfahrungen, die wohl letztlich auch dazu geführt haben, dass der Europa-Park Rust nicht mehr Ausrichter des Trooper-Events sein wollte, ist das natürlich zu akzeptieren.
Unter Führung des Park-Maskottchens ging es in gemischter Gruppe quer durch den Park. Die Parade endete mit einem großen Foto-Shooting am Haupteingang. Nach einem längeren "Posing" mit teils wechselnden Darstellern für das große Gruppenbild gab es einige "regionale" Ablichtungen, beispielsweise die Italienische Abordnung oder auch die IZWE-Fraktion.
Anschließend setzte leichte Verunsicherung ein, denn es gab kein weiteres offizielle Programm, was sollte man nun tun außer ziellos durch die Gegend zu irren?
Wir entschieden uns, wie viele andere, für die relativ unverfängliche Lösung der Essensaufnahme – schließlich war es inzwischen nach drei, und es war gewünscht, mindestens bis vier in Rüstung zu bleiben.
Inzwischen hatten wir auch wieder Markus bei uns – ihm hatte es wohl bei seiner Gruppe länger gefallen als uns anderen, oder er hatte uns nur nicht früher gefunden.
Wir hatten als Teilnehmer des SW-Events einen Verzehrgutschein in Höhe von 6 Euro erhalten, einlösbar in zwei der Gastronomiebetriebe des Vergnügungsparks.
Wir entschieden uns für das "Bayernzelt", um dort unseren Gutschein einzulösen. Als wir noch in der Warteschlange standen, bemerkte Markus (oder war es Thomas?): "Wir sind auch bescheuert, ausgerechnet wir gehen ins Bayernzelt!"
Nach der Bestellung und Ausgabe am Tresen setzten wir uns auf eine der Party-Bänke, und ich sah schon vor meinem inneren Auge, wie ich mit der Bank umkippe und durch die Zeltwand stürze – es ist ja etwas schwieriger, sich in Rüstung zu setzen, auch wenn ich inzwischen etwas geübter bin. Aber zum Glück ist ja nichts passiert, auch sonst keinem Trooper im Bayernzelt, so weit ich weiß... :-)
Allerdings muss ich sagen: Alle anderen meiner Gefährten bekamen ein "richtiges" Glas, ich nur einen Pappbecher. Das ist Trooperdiskriminierung!!!
Thomas, André und ich hatten Leberkäse im Brötchen. Thomas mochte seins von vornherein nicht, und André klagte später am Tag über Übelkeit – wohingegen ich sehr zufrieden mit meinem Gericht war. Daraus entwickelte Markus eine interessante Theorie, zumal wir alle beobachten konnten, wie der Leberkäse vom ganzen Stück abgeschnitten wurde:
Markus’ Theorie (Scheibenschneiden simulierend):
"Schlecht – gut – schlecht – gut …"
Während wir also noch über unser Essen (und die schreckliche mechanische musizierende Bärenfamilie) sinnierten, bemerkten wir, dass außerhalb des Zeltes ein Sturzregen herab ging. Grad noch mal Glück gehabt!
Als wir das Zelt verließen, hatte der Regenguss bis auf ein paar Tropfen aufgehört. Bei den Sitzbänken vor dem Zelt trafen wir auf TK Jever alias Micha Bracklo (er war eine Zeit lang Mitglied des IZWE), mit dem die anderen sich einen Moment unterhielten.
Anschließend machten wir uns auf in Richtung Umkleidehalle – um auf dem Weg von Frank abgefangen zu werden, der nebst anderen und vor allem einem Photographen für die überregionale Presse auf dem Weg zur Schiffsschaukel war, um dort noch ein paar Bilder zu schießen, und uns natürlich gleich mit einspannte...
Nach dem Shooting versuchten wir wiederum, zur Halle zu kommen, wurden aber kurz vor dem Ziel von einigen Nimmermüden angesprochen: "Wir wollen Wildwasserbahn fahren, wer macht mit?" Nachdem meine Zweifel, dass das in Rüstung schwierig ist, durch ein "das geht, haben wir schon ausprobiert!" zerstreut wurden, wollte ich mir das auch nicht nehmen lassen., und durch ein gemeinschaftliches "Who let the Troops out?" mit entsprechender Reaktion der Gerüsteten schüchterten wir die Leute im Wartebereich wohl auch gebührend ein… Die Aufsichtspersonen sahen uns zwar etwas schal an, als wir in die Boote stiegen, sagten aber nichts.
Sehr erhebend war es, dass unsere Freunde aus Italien, die inzwischen in Zivil geschlüpft waren, uns, die wir in Kostüm in die Boote gestiegen waren, am Ausgang der Wildwasserbahn alle einzeln mit Handschlag und einem "Respekt" begrüßten.
Nach diesem "Abenteuer" rüsteten wir uns endgültig ab und erforschten den Park noch etwas in Zivil – gemeinsam mit Brigitte und Yvonne. So konnten wir auch noch einige Fahrgeschäfte nutzen, die im Kostüm wirklich zu gefährlich gewesen wären, etwa die Looping-Bahn mit Schraube.
Irgendwann kurz vor der offiziellen Schließung des Parks entschieden auch wir, dass es Zeit wäre, den Veranstaltungsort zu verlassen und begaben uns zu unserem "eigenen" Ausgang am Osttor. Kurz vor uns fuhren drei belgische Fahrzeuge mit viel Taram vom Feld, und als wir unseren Bully vom Platz bewegen wollten, waren die Jungs, mit einem Plüsch-Ewok, der an der Antenne eines des Wagen angebracht war, an der Ausfahrt noch vor uns. So wurden die wenigen paar hundert Meter ins Dorf noch spaßig.
Letztlich fanden wir wieder einen Parkplatz nahe des Hotels und verstreuten uns für die knappe Stunde, die wir noch bis zum angesetzten Barbecue hatten. André und ich legten uns in unserem Zimmer noch eine halbe Stunde hin, ziemlich geschafft von dem ereignisreichen Tag.
Schließlich kamen wir in den Saal, in dem das Barbecue stattfinden sollte (aufgrund des Wetters hatte man vom Hotel her entschieden, dass die Veranstaltung lieber im Saal denn im freien stattfinden sollte.) und suchten uns eine Ecke, in der unsere Gruppe Platz finden konnte – wie erwartet kamen Yvonne und Brigitte zu uns, aber während wir noch auf Steffi und Thomas warteten, kam ein Wildfremder namens (ebenfalls) Markus zu uns, der lässig meinte: "Ich kenne hier keinen, also setze ich mich mal zu euch"… Es stellte sich heraus, dass dieser Markus ein Bayer war, der noch dazu bei BMW arbeitete – also der ideale Gesprächspartner für "unseren" autobegeisterten Markus. Thomas und Steffi wurden dadurch weiter hinten zu den Italienern verschlagen, wo es aber sicherlich auch nicht uninteressant war… Ich bekam zwischendurch mit, dass auf dem Ende der Amerikaner mit Jägermeister abgefüllt wurde ;)
Entgegen einigen anderen gehörten Kommentaren war das Buffet aus meiner Sicht im Preis absolut angemessen. Es gab zwar zwischendurch Lieferengpässe, aber das ist bei einer Veranstaltung mit mehr als 120 Leuten (von denen nicht alle vorher angemeldet waren) wohl verständlich. Ich denke, letztlich sind alle satt geworden und haben bekommen, was sie wollten.
Highlight des Abends war der Punkt, an dem Micha Robl eine Ansprache halten wollte und dann alle spontan (wie ich hörte, ausgehend von den Italienern) in ein Gottheitsanbetungs-Ritual a là RotJ verfielen: Man stelle sich einen Saal vor, der mit "ahh-ahh"-Gesang vor einer einzelnen Person auf die Knie geht...
Gegen Mitternacht konnte ich noch einem armen Menschen aus der Bredouille helfen: Vor den Toilettenräumen fand ich einen ziemlich ratlosen Zeitgenossen im Gang, der mit den Türbeschriftungen "Herren" und "Damen" offensichtlich nichts anfangen konnte...
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück (leider gab es im Gegensatz zum Vortag keine Croissants) brachen wir wieder gen Heimat auf. Auf dem Parkplatz vor dem Hotel unterhielt ich mich noch kurz mit Marc Wiese, der in der Nähe von Kiel wohnt und damit das Garrison-Mitglied ist, das mir am nächsten wohnt. Da muss man erst nach Bayern fahren, um sich mal kennenzulernen!
Thomas, Markus und ich teilten uns wieder die Fahrt. Als ich auf einer Raststätte auf der Beifahrerseite wieder einsteigen wollte, fand Markus es lustig, mich mit der Scheibenwaschanlage zu besprinkeln, was ich nicht so amüsant fand, aber das ist auch schon alles, was es über die Rückfahrt zu sagen gibt… Mein Auto stand noch unbeschädigt da, wo ich es abgestellt hatte, und ich kam abends gegen 18:30 Uhr (nach 8 1/2 Stunden Fahrt und insgesamt etwa 1460 km hin und zurück) gut zuhause an. Müde, aber aufgedreht, wie das nach solchen Veranstaltungen immer ist.
Etwa 140 zumeist kostümierte Star-Wars-Fans aus Deutschland, der Schweiz, Belgien, Italien und Frankreich, aber auch aus Österreich, Großbritannien und sogar den Vereinigten Staaten waren letztlich dabei. Im nächsten Jahr wird es wieder einen Aktionstag in Geiselwind geben, voraussichtlich schon Ende Mai.
Hauke Jepsen