Home/Berichte/Joint-Venture-Con II 2005
Die 2. JVC der IFSH und des IZWE fand vom 13.5. 16.5.2005 statt. Da das Landheim Stelle, das als Unterkunft für die 1. JVC gedient hatte, bereits ausgebucht war, fand die diesjährige JVC wieder in Ascheffel statt. Da die Herberge auf dem Aschberg fast schon die „traditionelle“ Heimat der IFSH-PSIngst-Con ist, hatten viele der Gäste ein Gefühl des „Nach-Hause-Kommens“, als sie das Con-Haus betraten. Neben den „üblichen Verdächtigen“ waren diesmal auch mehr IZWEler dabei, während aus IFSH-Kreisen einige gutbekannte Gesichter fehlten. So glänzte z.B. die gesamte süddeutsche Fraktion durch Abwesenheit (es war die erste Pfingst-Con ohne Flo!).
Die mit der Bahn Anreisenden wurden obligatorisch vom „Man in Black“, diesmal verkörpert von Sven-O., unter sengender Sonne begrüßt. Beim Warten auf weitere Anreisende fiel übrigens sehr unangenehm auf, dass es in Owschlag am Bahnhof zwar drei Bäcker, aber keinen einzigen Kiosk zur Versorgung mit Eis gibt.
Bei Ankunft am Con-Haus wurden zunächst die elementaren Fähigkeiten der Teilnehmer als potentielle Bieter um den Planeten Odalis getestet. Es gab einen Fragebogen über allgemeine Vorgänge des Bietens auf einer Auktion, Wein musste verkostet werden, Yanni Verarsche machte den Krawattentest (durch den viele von uns zu „Hängebauchschweinen“ deklariert wurden), und schließlich prüfte der Geheimdienst natürlich auch noch die persönliche Kreditwürdigkeit. Danach durfte beim leicht schrulligen Hotelpersonal eingecheckt werden, und jeder bekam seine Mitbieterkarte und eine Ausgabe der Klatschzeitung „Flash!“ (mit Schlagzeilen wie: „Auktionator ein Sexmonster?“ oder „Potenzprobleme? Nimm Killersticks! Dann hast auch Du bald einen Killerstick! Ohne Rezept!“ ...).
Als es dunkel wurde und alle Gäste allmählich eingetrudelt waren, ging es zum gemütlichen Teil des Abends über. Ein Feuer wurde angeschürt (das übernahm natürlich wieder Keno, wer sonst), und man erzählte einander, was in den vergangenen Monaten passiert war und welche Erwartungen man für die Episode III-Premiere hatte.
Der folgende Samstag war ganztägig fürs Rollenspiel reserviert. Besonders das Schießen war diesmal sehr spaßig, weil es diesmal tatsächlich ausgespielt wurde und nicht nur durch das Zurufen von Zahlen stattfand. Jeder Mitspieler bekam einen Infrarotsensor auf den Kopf geschnallt und eine entsprechende Pistole in die Hand gedrückt. Mit der Pistole musste der Sensor anfixiert und getroffen werden, und wenn man „tot“ geschossen war, rödelte der Sensor gegen die Schläfe. Während In-Time alle sehr verantwortungsvoll mit der neuen Schießgewalt gegenüber den Mitspielern umgingen, hörte man in der Out-Time ständig irgendwo einen Sensor rödeln...
Zunächst kamen die Auktionsteilnehmer auf dem bewaldeten Planeten an und konnten sich das Bietobjekt ansehen. Unter den Bietern waren unter anderem eine mafiöse Familie, ein alter Mann mit seiner jungen Twi'lek-Gattin, ein paar Jedi, Schmuggler und einige Imperiale. Das Spiel brachte es mit sich, dass sich einige Interessengruppen zusammenfanden, deren Mitglieder das Gelände zusammen erforschten. Während man die anderen Charaktere in seiner Gruppe dadurch ziemlich gut kennenlernte, blieben einem die anderen leider sehr fremd. Schade.
Während die meisten bei Ankunft auf dem Planeten erst einmal das hoteleigene Restaurant stürmten (es war mittlerweile immerhin schon Mittagszeit, und Küchensklave Sven-O. tischte ein wunderbares, augenreiches Mahl mit einem gänzlich unsüßen Pudding als Dessert auf), ging der furchtlose Trupp der Imperialen Offiziere direkt in den Wald. Das Team bestand aus einem Admiral (Tarsi), der nach ganz kurzer Zeit bereits alle mit seinem penetranten französischen Akzent nervte, einem Sicherheitsoffizier (Sven), zwei Beamten von der Imperialen Baubehörde (Oli und ich) und einem Schmuggler (Barbara). Mit dem sprichtwörtlich „gezückten Beutesack“ durchzog man das Gelände, bereit Satan auf der Suche nach dem Endsieg mit einem Feuerball bewaffnet in die Hölle zu folgen (und mit „Dorktower“-Sprüchen auf dem Lippen).
Im Wald befanden sich verschiedene Artefakte, goldene und silberne. Es gab Brillen, Fußfesseln, Gürtel, Handschuhe sowie einen Altar und eine Steintafel mit außerirdischen Hieroglyphen. Tückischerweise stellte sich schnell heraus, dass die Artefakt, einmal korrekt angezogen, sich nicht wieder abnehmen ließen, da sie mit dem Träger gänzlich verschmolzen. Gleichzeitig wurde durch das Aufsetzen der Artefakte offenbar ein Sicherheitssystem des Planetens ausgelöst: Ein Kraftfeld verhinderte, dass die Raumschiffe der Auktionsteilnehmer wieder starten konnten, außerdem würde der Mond bald auf den Planeten stürzen. Schöne Aussichten...
Und als ob das nicht schon genug wäre, wurden einige Erkundungstrupps von Büschen - jawohl, Büschen! - angegriffen. Nach der ersten Attacke trafen sich alle Gruppen im Auktionshaus von Markodalis zur Lagebesprechung. Da die einzelnen Interessengruppen allerdings immer noch miteinander konkurrierten (schließlich wollte ja eigentlich jeder Odalis kaufen), funktionierte es mit der Kooperation zunächst nicht sehr gut. Jede Gruppe hatte ihre eigenen Artefakte und ihr eigenes Wissen gesammelt, welche sie mit den anderen meist nicht teilen wollten. Gegenseitige Neckereien (Sprüche wie „Brot kann schimmeln - was kannst du?“ oder einem Jedi ein Ständchen von „Ding Dong, die Hex' ist tot“ zu bringen) waren auch nicht sonderlich förderlich.
Dennoch raufte man sich zusammen, aß (jetzt doch noch süßen) Pudding, trank Tee und wartete, bis die Jedis ihre regenerative Meditation endlich beendet hatten. Danach zog man vereint los, wieder in den Wald, um die bösen Büsche zu stellen. Denn die Büsche hatten den Altar gestohlen, von dem sich herausstellte, dass er auf dem Sportplatz aufgestellt werden musste. Wenn man dann die Artefakte in bestimmter Reihenfolge darauf legte, sollte das Kraftfeld deaktiviert und der Absturz des Mondes verhindert werden.
Nach einigem Suchen war die Unterkunft der mobilen Büsche gefunden. Fachmännisch wurde sie umzingelt, die Büsche unter Dauerbeschuss genommen und der Altar zurückerobert. Während das Gefecht in der Unterkunft noch weiterbrannte, machten sich Hauke, Heike und ich mit dem Altar auf den Weg zum weit entfernten Sportplatz. Doch auch hier lauerten auf dem Weg weitere Büsche, und so kam es auch hier zu Gefechten. Fast wären wir vom Feind überrollt worden, als Heike zu ihrem legendären Lauf ansetzte! Eine Frau allein im Laufschritt durch den Wald, mit einem (unhandlichen und schweren) Holztisch unterm Arm. Bundeswehrtraining ist also doch tatsächlich für etwas gut. Heike schaffte sie alle! Sie lief allen davon, schlug sich allein durchs unwegigste Unterholz und schleppte den Altar praktisch ganz allein zum Sportplatz.
Dort aufgestellt musste der Altar weiter vor den sich immer wieder anpirschenden Büschen bewacht werden. Hier kam es schließlich auch zum großen Showdown: Mensch(-enartige) gegen Büsche. Ein riesiges Gemetzel weit nach Sonnenuntergang, mit abgetrennten Gliedmaßen, Ästen, spritzendem Blut, Blättern und Harz... Am Ende siegten die Menschen, die Artefakte wurden zur richtigen Zeit auf die richtigen Stellen auf den Altar gelegt, der Energieschild wurde abgeschaltet und der Absturz des Mondes verhindert. Alle Personen strömten schnellstmöglich zu ihren Raumschiffen und flogen davon - und die Auktion von Odalis war geplatzt...
Am Sonntag fand eine Stadtralley durch Schleswig statt. Onkel Olaf, der versnobbte alte Sack, hatte endlich den Löffel abgegeben. Doch in seinem holographischen Testament, in dem er, mit seinem alten hässlichen Hut auf dem Kopf und seinem noch älteren ausgestopften Zwergbantha auf dem Schoß, forderte er mit hysterisch keifender Stimme seine versammelten Erben (nachdem er sie erst mal kräftig beleidigt hatte) auf, sich seines Erbes (und den Tonnen an Zaster) als würdig zu erweisen. Nur eines der Teams würde das gesamte Erbe Onkel Olafs einstreichen.
Im sonnendurchfluteten Schleswig angekommen, wurde jedem Team ein monochromes Hologramm zur Seite gestellt, das die einzelnen Aufgaben verkünden sollte. Gestärkt durch ein Eis ging's los, die erste Station war der Dom, den Onkel Olaf hatte bauen lassen. Unter anderem musste geschätzt werden, wie hoch der Turm wohl sei - die Antwort „so groß wie Onkel Olafs Geiz“ stellte sich dabei definitiv als falsch heraus... Möglichst viel Wasser aus dem Brunnen musste transportiert werden, wofür sich das ausgeteilte Kondom als brauchbar erwies, der Friedhof von Holm wurde umjoggt, am Hafen nach Onkel Olafs Kostbarkeiten geangelt und nach Bojen Ausschau gehalten. An einer Brücke lauerte ein Gnom, der den Durchlass nur gegen Lösung einiger Aufgaben freigeben wollte. Woraus diese Aufgaben eigentlich bestanden, weiß ich bis heute nicht (außer, dass man irgend etwas Peinliches machen sollte), weil Teammitglied Tarsi kurzentschlossen den Gnom k.o. schlug. Was sich ausgesprochen negativ auf unser Punktekonto um die Erbschaft auswirkte. Daneben mussten immer wieder Fragen des führenden Hologramms beantwortet werden, etwa wie viele Waschbecken die Herberge in Ascheffel eigentlich hat, oder es mussten möglichst viele Namen von SW-Charakteren memoriert werden. Außerdem musste Onkel Olafs adretten Fitnesstrainer die eigene Sportlichkeit bewiesen werden: Möglichst schnell sollten Gummieier auf Löffeln eine Strecke weit transportiert werden. Hierbei hätte das ausgeteilte Panzertape zum Einsatz kommen können (um die Eier an die Löffel zu tapen, damit man schnell laufen konnte) - daran dachte nur keiner. Als letzte Aufgabe sollte ein Denkmal an Onkel Olaf erdacht werden, das die Stadt zu Ehren ihres berühmten Mitbürgers errichten wollte. Das Erbe gewonnen hat am Ende das Team der „Busfahrer“. Ihr Preis war die völlig verschuldete Stadt Schleswig. Danke, Onkel Olaf...
Nachdem der Grill angeschmissen worden war, gab es natürlich auch dieses Jahr wieder ein PSIather, diesmal ein „Road-Movie“. Der böse Sabbelmann hatte Das Ding verloren und seine dunklen Schergen von der Motorradgang „die Podsäue“ mit der Wiederauffindung beauftragt. Zur gleichen Zeit waren Padme und Amidala vom versoffenen Feuchtfarmer Anakin dermaßen angenervt, dass sie ihm sein Auto (Leonardo das Caprio) stahlen und sich auf und davon machten. Sheriff Dry Wetter Taft und Deputy Schauma hefteten sich, mit Haarspraydosen optimal bewaffnet, an ihre Fersen. Daneben machten sich auch Brad Schritt, auf dem Weg zu einem Carsting von Padme und Amidala aufgelesen, und die Happy Hippies, in ihrem tuckernden, bis unters Dach mit Drogen gefüllten VW-Bus auf dem Weg zum Poetry-Slam, auf zur Wortspielhölle (einer Highway-Bar mitten im Nirgendwo). An der letzten Zank- und Raststätte vor der Wortspielhölle kam es dann zu einer Begegnung zwischen Podsau Darth Sittenlos (Niels) und Amidala (Isa). In Erinnerungen versunken tanzten beide eng zusammen zu „Time of my life“ und ich darf behaupten, dass es bei den beiden noch viel mehr vor knisternder Erotik sprühte als Patrick Swayze es jemals für möglich gehalten hätte... In der Wortspielhölle trafen schließlich alle Gruppierungen zusammen, und auch Das Ding ward nun wiedergefunden - und entfesselt! Grausige Mächte, gar schröckliches Ungemach und ein scheußlicher Sprachfehler - Jar Jar Dings - wütete wahrlich ungeheuerlich unter den anwesenden Bargästen. Und so ward erfüllt, wie es einst ward prophezeit: Bevor du stirbst, siehst du das Ding...
Nachdem auch der letzte Abend feucht-fröhlich zuende gegangen war, war auch schon wieder Montag und damit der letzte Con-Tag angebrochen. Und so hieß es auch schon wieder Abschied nehmen - doch mischte sich diesmal unter die allgemeine Abschieds-Wehmut auch die Freude auf die bevorstehende Episode III-Premiere und den damit verbundenen Aktionen. Ich hoffe, dass wir uns auch 2006 wiedersehen, diesmal hoffentlich auch wieder mit süddeutscher Vertretung!
Anja