Am 6. - 9. Juni war es endlich wieder soweit. Nach langen Wochen der Vorfreude
und einem Jahr Pause war es einmal mehr an der Zeit, in die Bahn Richtung
Rendsburg zu steigen, um der PSIngst Con entgegen zu fahren.
Toni war bereits am 5. aus München bei Oli und mir eingetroffen, im Zug
fuhren wir dann zu fünft mit Keno und Esther in Hamburg ab. In Rendsburg
stieß dann noch Niels zu uns, und so waren wir schon
auf der Fahrt bester Laune und auf drei Tage Spaß eingestellt.
In Owschlag holten uns Hauke und Lars ab, und vor dem Jugendgästehaus
Ascheffel angekommen erwartete uns eine erste Prüfung.
Ob wir jemals einen Traum gehabt hätten, der so real war, dass Traum
und Realität nicht mehr zu unterscheiden wären, und man schließlich
nicht mehr wüsste, was was wäre, und sich immer weiter Kaninchenbau
verirrte...
Ich hab die rote Pille genommen. Wahrheit.
Aber wenn ich ehrlich bin und zwischen PSIngsten und einer Realität wählen
müsste, in der ich in einer Nährstoffblase eingeschlossen bin und
diverse Anschlüsse aus meinem Körper ragten, wäre meine Wahl
wohl doch etwas anders...
Der Freitag verging zunächst mit dem freudigen allgemeinen Hallo, schließlich hatte man viele der anderen zwei Jahre lang nicht mehr gesehen. Als bis auf Jan und Jens alle eingetroffen waren, ging -endlich- das Liverollenspiel los. Wir versammelten uns verkleidet in unseren drei Gruppen, IFSH, ICON und IZWE, auf dem Parkplatz. Jeder Pilot der Gruppen bekam einen Schnittmusterplan als Sternenkarte in die Hand gedrückt, und an einem Besenstiel festhaltend "flogen" wir IFSHler vom Hangar der New Order zu einem geheimnisvollen Biosphärenschiff. Dort schließlich angekommen stürmten wir hinein, in das Gästehaus, dass nun "verwüstet" und mit Folien abgedunkelt war, nur mit einer rotierenden Signallampe und Knicklichtern erhellt. Sehr stimmungsvoll! Dann torkelte auch noch ein Zombie als scheinbar einziges überlebendes Besatzungsmitglied auf uns zu und brach sabbernd und krakelend zusammen. Von der IFSH-Crew musste der Generator repariert werden, was so aussah, dass wir ein 100-teiliges Puzzel zusammenlegen mussten. Mit einem leichten Gefühl des Gruselns und erstem Rätseln über mysteriöse auf Papier gebannte Zeichen und Symbole ging dann der erste Con-Abend allmählich in eine gemütliche Runde über.
Samstag früh wurden wir durch den erbitterten Kampf eines Sith- mit einem Jedi-Geist geweckt, den IC nicht alle Charaktere sehen konnten. Meiner (LT. Moonskater) zum Glück nicht, ich hasse es, am frühen Morgen losschreien zu müssen... Nach Frühstück und IC-Briefing gingen wir den Wald, will sagen das Biosphärenschiff erkunden. Der Parkplatz wurde zur Brücke, Bäume zu zentralen Schnittpunkten der Elektronik und Lars zu unserem Spielleiter, der dafür sorgte, dass wir auf der richtigen Spur blieben, und sehr souverän die Schwäche des Rollenspielscripts überging, dass der Besuch einer Biosphären-Brücke eigentlich gar nicht eingeplant war. Wahrscheinlich war da deswegen IC auch alles schrott... Das Wetter war bestens und sehr warm, und während unsere "Ärzteschaft" drinnen im "Labor" nach einem Gegenmittel gegen eine auf dem Biosphärenschiff grassierende Krankheit suchte, die einige von uns befallen und dafür gesorgt hatte, dass Garenga sich auf unsere IFSH-Unterlagen übergeben hatte, beriet der Rest der IFSH-Gruppe im Freien das weitere Vorgehen. Die imperiale Presse war dabei immer zugegen.
Samstag Abend stellte schließlich Keno uns, und
allen voran seiner Esther, seine Männlichkeit als
Grillchef unter Beweis. Mit Grillzange und Bier bewaffnet
versuchte er erfolgreich, die Flammen zu bändigen und dem Geschrei der
hungrigen Meute nach Fleisch Herr zu werden *Tool-Time-Grunzen*. Zusammen
mit dem köstlichen Büfett, das im Haus aufgebaut war, wurden so
auch die Hungrigsten schließlich satt, und es folgte eine gemütliche
Runde mit viel Gelächter und Spirituosen.
Toni, Carsten, Oli und ich beschlossen indessen, einen Fußball, der
herrenlos auf dem Rasen des Sportplatzes neben dem Gästehaus lag, zu
maltretieren. Gesagt, getan, und so kickten wir den Ball von einem zum anderen,
was sicher nicht sonderlich sportlich aussah, aber wahrscheinlich eben deshalb
auch so viel Spaß machte. Jedenfalls bleibe ich bei meiner Meinung:
Sport ist Mord noch drei Tage später tat mir mein Wadenmuskel weh.
Probleme mit dem Klo gab es natürlich auch wieder.
Wie könnte eine PSIngst Con auch ohne auskommen. So waren es dieses Jahr
Pfadfinder, die in Hundertschaften ab Sonntag auf freiem Feld campen wollten,
und dabei leider keine eigenen sanitären Anlagen im Rucksack dabei hatten.
Also wollten sie kurzerhand die Toiletten und Duschen des Gästehauses
nutzen, was aber nicht einmal mit der Herbergsmutter abgesprochen war. Anfrage
abgelehnt Imperial Toilets are Imperial Castles!
Da es Samstag Abend recht spät geworden war, verschob sich auch das nächste
Frühstück in den Vormittag und nannte sich dann Brunch. Ansonsten
wurde der Sonntag genutzt, um ein weiteres, gesundes Mitglied der Biosphärencrew
im Wald aufzuspüren, den umherwandelnden Zombie
zu verbrennen, die Selbstzerstörung des Schiffes
zu stoppen, Jedi- und Sith-Geister in Holocrons zurückzusperren
und wieder auf die jeweiligen imperialen Schiffe zurückzukehren. Was
man sonntags als Imperialer halt so macht.
Am Nachmittag sollte es dann zur Teatime Waffeln geben. Nachdem Haukes Waffeln etwas Mutantenhaftes an sich hatten *grins*, erklärten sich Oli und ich kurzerhand zu den Meistern der Backwaren. Das Jepsische Waffeleisen erwies sich dabei als recht altersschwach, das Fett suppte an allen Ecken heraus und überflutete die Arbeitsfläche, die Schaniere waren halb zerbröselt und alles schien mit uns kommunizieren zu wollen, den Rauchwolken, die abgesondert wurden, nach zu urteilen. Zum Glück war das ganze aber anscheinend kein amerikanisches Fabrikat, sonst wäre es bei dieser Gelegenheit sicher auch gleich filmwirksam in die Luft geflogen, hätte dabei noch den Gasofen entzündet sowie die Propan-Gas-Flaschen der campenden Pfadfinder, und ganz Ascheffel wäre heute nur noch ein Krater in der Landschaft...
Das besondere Highlight fand jedoch abends und OC statt das PSIather! Und es war zum Brüllen! Thema: Hass und Intrigen auf dem Loveboat, oder: "Ein Skalpell sie zu knechten, ein Mikroskop sie zu finden, ins Koma zu führen und auf ewig zu binden. Auf dem Loveboat, wo die Ärzte drohen." Dr. Evil und General Hospital, die eine Verschwörung gegen Texaner E.T. anstrebten, lüsterne und todbringende Krankenschwestern, Lebern, die in der Cafeteria wiederverwurstet wurden, ein extrem cooler Mantelhoschis namens Ingo mit seinem BMW Z3, Dr. Ross *schmaaacht*, eine recht männlich klingende Irmgard mit sinnreichen Durchsagen und das Orakel mit sehr viel weniger sinnreichen Aussprüchen. Lustig, nicht?!?
Die drei Tage gingen, wie immer, viel zu schnell vorbei und nach Packen und
Aufräumen war am Montag Vormittag auch schon wieder der Abschied angesagt.
Was bleibt sind schöne Erinnerungen, ein riesen Dank einmal mehr an die
Orga und die Vorfreude auf die nächsten PSIngsten.
Toni blieb anschließend noch eine Woche lang bei
uns in Hamburg zu Besuch, und wir verlebten noch eine weitere schöne
Zeit, die Cyntias Geburtstagsfeier am Sonntag mit einschloss. Aber das ist
eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden...
Bis nächstes Jahr!
Anja Neumann